Deutschland profitiert als global orientiertes Land in vielfältiger Weise von Migration. Obwohl die Angebotsvielfalt des sozialen Engagements in der Bundesrepublik hoch ist, bedarf es der stärkeren Einbindung migrantischer Akteurinnen/Akteuren in die Antidiskriminierungsarbeit. Dies gilt um so mehr, da Gruppen und Individuen mit ausländischer Herkunft deutlich häufiger von Diskriminierung betroffen sind; so kommt es zu Ausgrenzungen, Benachteiligungen oder gar zu Gewalttaten gegen sie.

Mit dem „Register Berlin“ besteht ein Raum für Betroffene, ihre Erlebnisse zu schildern. Es ist ein Instrument, um Diskriminierungsvorfälle sichtbar zu machen, damit in der Bevölkerung kritisches Bewusstsein und Solidarität gefördert werden. Sein Bekanntheitsgrad muss mittels andauernder Öffentlichkeitsarbeit weiter gestärkt werden, so dass mehr Vorfälle durch Betroffene und Zeugen gemeldet werden. Eine vollständigere Erfassung erhöht zugleich die Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit.

Über die interkulturelle Öffnung in allen Gesellschaftsbereichen wird viel gesprochen, jedoch ist diese im besonders wichtigen Bereich der Jugendhilfe bisher kaum erkennbar: Während deren Adressatenkreise aus eingewanderten und geflüchteten Personen bestehen, gibt es kaum Sozialpädagoginnen oder -pädagogen mit Migrationshintergrund. Aber zur Unterstützung von Betroffenen werden Akteurinnen/Akteure mit ähnlichen Lebenswelterfahrungen benötigt, die als positive „Role Models“ zur Resilienzstärkung gegen Diskriminierungen oder rassistische Gewalttaten auftreten.

Eine wichtige Funktion in der Bewältigung von Diskriminierungserfahrungen haben auch migrantische Orga-
nisationen. Sie besitzen Potenziale für die Interkulturelle Bildung und die gesellschaftliche Entwicklung, aber dazu benötigen sie zu großen Teilen mehr öffentliche Präsenz, Handlungsbestärkung, sowie Vernetzung mit anderen NGOs und Trägern.